Aufforstungsaktion von Schüler*innen im Rahmen ihres Erasmus + Projekts „Qu’est-ce qu’on attend? – Wir tragen etwas zum Klimaschutz bei.“ 

Allgemein

Seit Juni 2021 beschäftigt sich die Französisch-Lerngruppe 8a/d an der Martin-Luther-Schule Rimbach bei ihrem Erasmus + Projekt „Qu’est-ce qu’on attend?  – Wir tragen etwas zum Klimaschutz bei.“ mit unterschiedlichen Themen rund um den Umweltschutz. Auf dem Höhepunkt des Projekts geht es um die Frage, was denn Schüler*innen bzw. Schulen für den Klimaschutz tun können.

Natürlich wollten die Jugendlichen auch praktisch etwas für den Klimaschutz tun und nicht nur theoretisch Umweltschutzmaßnahmen, wie sie z.B. im Klimaschutzvorzeigedorf Ungersheim im Elsaß umgesetzt werden, kennen lernen.

Ein Schüler der Lerngruppe 8a/d hat sich gewünscht, dass die Klasse eine Aufforstungsaktion durchführt. Als Anette Wissel, die Französischlehrerin der Gruppe, die Rimbacher Försterin Stephanie Dober im Dezember 2021 kontaktierte, sagte diese gleich zu, den Schüler*innen diese Aktivität zu ermöglichen. Am 27.April war es dann so weit. Mit Hilfe von Frau Dober sowie den kommunalen Forstwirten Markus Spilger und Bernhard Fuhr konnte die Idee verwirklicht werden. An diesem Tag hieß Försterin die Schülergruppe in der Nähe des Ausflugslokals „Auf der Alzenau“ in Mitlechtern willkommen.

Zunächst erläuterten die Waldexperten, dass das Aufforsten eine sinnvolle Maßnahme auch für den Klimaschutz ist, da die Bäume Kohlenstoff speichern und Sauerstoff produzieren. Sie reinigen außerdem unser Wasser und unsere Luft. Darüber hinaus sind Wälder Lebensräume für unzählige Tierarten, Pilze und Pflanzen und wertvoller Erholungsraum für uns Menschen.

Frau Dober erklärte dann auch noch, auf welche Aspekte bei der Wahl der Baumarten geachtet wird. Diese sollten auch künftige trockene Sommer, wie es sie in den letzten Jahren gab, gut überstehen. Da Nadelbäume nach wie vor dringend für den Wohnungsbau benötigt werden, muss auch in Zeiten des Klimawandels Nadelholz gepflanzt werden. Ohne Nadelholz könnten keine Dachstühle gebaut werden, zudem wird für Fenster, Türen, Böden und Möbel auch Nadelholz benötigt. Da wir in Deutschland die ökologischste Waldbewirtschaftung weltweit haben, ist es wichtig, regional Holz zu produzieren und auch hier vor Ort zu ernten. Der Nadelholz-Export aus Ländern mit Kahlschlagwirtschaft (wie z.B. in Skandinavien, Osteuropa und Russland) und ein hoher CO2-Verbrauch beim Transport nach Deutschland werden somit vermieden. Fichten spielen aber bei den Aufforstungen schon seit einigen Jahrzehnten keine Rolle mehr. Douglasien allerdings sind schon länger als sehr genügsame Bäume, die auch mit wenig Wasser zurechtkommen, bekannt. Auch die Weißtannen, die an diesem Tag gepflanzt werden sollten, sind aufgrund ihrer besseren Nadelstreu verträglicher für den Wald als die Fichte. Versuchsweise werden neuerdings auch Nordmanntannen aus dem Iran und der Türkei gepflanzt. Diese Herkünfte sind die Trockenheit seit vielen Jahrhunderten gewohnt.

Dann ging es los. Die 28 Schüler*innen wurden in zwei Gruppen eingeteilt. Zunächst pflanzte eine Gruppe mit Hohlspaten und Wiedehopfhauen Bäume und befestigte dann mit Akazienstäben einen Fege- und Bissschutz gegen Rehe. Die zweite Schülergruppe wurde von dem Biologie- und Physiklehrer Erk Singerhoff durch den Wald geführt. Sie entdeckten Käfer und andere Insekten, sprachen über das Ökosystem Wald. Nach etwa 90 Minuten tauschten die beiden Gruppen.

Am Ende des Vormittags dankten die Jugendlichen Frau Dober, Herrn Fuhr und Herrn Spilger, dass sie ihnen die Aktion und die damit verbundenen Erfahrungen ermöglicht haben. Vor allem hoben sie auch die große Geduld der Waldexperten hervor.

Die Gruppe hofft, im Juni ihre gepflanzten Bäume ihren französischen Austauschpartner*innen in Thourotte zeigen zu können. Dann nämlich werden diese für sechs Tage zu Gast im Odenwald sein. Schon vor dem Besuch werden sie hoffentlich bei einer Videokonferenz mit ihren Freund*innen in Thourotte, die Möglichkeiten haben, diesen von ihrer Aktivität im Rimbacher Wald zu berichten, die als beispielhafte Aktion gelten kann, was Schüler*innen und was Schulen für den Klimaschutz tun können.

Für das Erasmus + Projekt erhält die Martin-Luther-Schule finanzielle Unterstützung von der Europäischen Kommission. (WSL)

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