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„König will jeder sein, doch das wird man nicht so einfach“, nahm Schulleiterin Beate Wilhelm bei der Abiturfeier mit Zeugnisübergabe der Rimbacher Martin-Luther-Schule Bezug auf das diesjährige Motto des Abiturjahrgangs: „Hakuna Matabi – Ohne Sorgen, die Könige von morgen“. So manche Sorgenfalte dürfte sich in der Prüfungszeit zwischenzeitlich bei dem einen oder der anderen ihre Bahn auf der Stirn gesucht haben, doch alles führte letztlich auch zu einem guten Ende.

König, daran ließ Wilhelm keine Zweifel, ist grundsätzlich schon mal jeder, der das Glück hat, in einem Land wie Deutschland zu leben, in dem vieles als Selbstverständlichkeit hingenommen wird, was bei näherem Betrachten alles andere als eine solche ist. Dessen müsse man sich bewusst sein. Sorgen und Nöte gehörten auch zum Leben, man könne sie nicht verhindern, es sei aber wichtig, wie man mit ihnen umgeht. „Ihr habt das Rüstzeug bekommen, das es euch ermöglicht, damit umzugehen“, zeigte sich die Schulleiterin überzeugt und gab den AbsolventInnen die besten Wünsche mit auf den Weg. Für die MLS-Chefin stellt der Abiturjahrgang insofern etwas Besonderes dar, da er der erste Jahrgang war, der vor acht Jahren unter der damals noch neuen Schulleiterin eingeschult wurde.

Auf die Sorgen, denen man im Leben zwangsläufig begegnen wird, kam auch Jutta Meyer in der Abiturrede für das Lehrerkollegium zu sprechen. Nach dem Abi kämen sie oft recht schnell. Häufig seien sie verbunden mit den Fragen, wie es nun weitergehen soll. Ausbildung? Auslandsaufenthalt? Studium? FSJ? Viele Fragen stellen sich, häufig begleitet von gewissen Sorgen. „Man sieht: Ganz ohne Sorgen wird es nicht gehen, besonders an dieser Stelle in eurem Leben“, so die Lehrerin, die sich aber auch zuversichtlich zeigte, dass den Abiturienten durch die Schule und das Elternhaus die Fähigkeiten mitgegeben wurden, die die Grundlage für eine erfolgreiche und friedliche Zukunft sein können.

Häufig werde gedacht, dass man viele Inhalte, die man im Unterricht gelernt hat, niemals mehr brauche. Doch da schwinge noch etwas ganz anderes mit. „Ich hoffe, dass ihr gelernt habt, selbstständig zu denken, auch mal die Perspektive zu wechseln, über den eigenen Tellerrand zu blicken. Vielleicht gibt es auch das Menschliche, der gute Umgang miteinander, den ihr gepflegt habt, Teamfähigkeit, Toleranz, Respekt, eben das Königliche, was euch in Zukunft helfen kann, Gutes zu bewirken und Verantwortung zu übernehmen“, so Jutta Meyer, die nach 35 Jahren im Schuldienst an der MLS nach diesem Schuljahr ebenfalls ihre Schullaufbahn beenden wird.

Rimbachs Bürgermeister Holger Schmitt unterstrich die Bedeutung, dass sich die Generation der Abiturienten starkmache für demokratische Werte. „Demokratie, Freiheit, Rechtsstaatlichkeit sind hart errungene Güter, die nicht von allein erhalten bleiben“, so der Rathauschef. Gerade solche Werte müssten in einer von Unsicherheiten und neuen Bedrohungen geprägten Gegenwart, umso mehr unterstützt werden. Nicht zuletzt sei Bildung in einer Zeit umso wichtiger, in der es jederzeit möglich ist, Informationen zu googeln: „Die Informationen, die man aus dem Netz erhält oder aus anderen Quellen, muss man einordnen und einschätzen können. Und wirklich gut im eigenen Fachgebiet ist man nur, wenn man das, worauf es ankommt, im Kopf hat und es vorher selber durchdacht hat.“

Für die Schülervertretung wies Lotte Jäger darauf hin, dass es wichtig sei, sich aktiv in die Gesellschaft einzubringen. Sie äußerte den Wunsch, dass genau dies die Abiturienten beherzigen: „Unsere Generation muss zeigen, dass sie mehr kann als gute Selfies schießen. Es waren vor allem ältere Menschen, die für Trump oder den Brexit gestimmt haben. Es liegt an uns, nun zu zeigen, dass es sich lohnt, für das Bessere zu kämpfen.“

Für die „Goldenen Abiturienten“ blickte Professor Dr. Carl-Martin Kirsch auf die eigene Abiturzeit zurück. Der Tod von Benno Ohnesorg – gerade drei Wochen vor der Zeugnisübergabe 1967 – sorgte für unruhige Zeiten an den Universitäten, an die der „goldene Jahrgang“ dann kam. Doch trotz aller ideologischer Kämpfe und Bedrohungen im Kalten Krieg schätze er sich glücklich, zu der Generation zu gehören, die die Erste war, die niemals mit Krieg in Berührung gekommen ist. „Es ist wichtig, alles dafür zu tun, dass hier der Frieden erhalten bleibt und die Welt insgesamt wieder ein friedlicherer Ort wird. Daran gilt es weiterzuarbeiten“, machte der Nuklearmediziner deutlich.

Die besten Wünsche für die Zukunft übermittelten außerdem Sabine Fraas für den Schulelternbeirat sowie Ekkehard Müller für den MLS-Ehemaligenverein. Für das musikalische Rahmenprogramm der Abiturfeier sorgten das Percussion-Ensemble (Leitung: Martin Junker), der Unterstufenchor (Leitung: Frederik Weis), das Vokalensemble (Leitung: Christine Hauck) und die Voice Boys (Leitung: Susanne Kopf-Römer).

Im Anschluss an die akademische Feier mit Zeugnisübergabe sorgte der Freundeskreis der MLS für den traditionellen Sektempfang, bei dem die AbsolventInnenen und deren Familien die Möglichkeit hatten, sich untereinander oder mit der einen oder anderen Lehrkraft auszutauschen.

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